Rollstuhl

Besoffener Rollifahrer

In Hagen (NRW) fuhr laut Pressemitteilung der Polizei (unter anderem) ein Rollstuhlfahrer (29) auf der dortigen Volmestraße ganz böse Schlangenlinien. Auf Nachfrage soll er angegeben haben, etliche Schnäpse getrunken zu haben. Eine Alkoholkontrolle ergab 1,5 Promille. Soweit sicherlich nichts besonderes. Es soll auch besoffene Rollifahrer geben. Nachdenklich stimmt mich allerdings der Satz: „Auf alle erwischten Verkehrsteilnehmer kommen empfindliche Strafen, Punkte in Flensburg und Fahrverbote zu.“ Dumm gelaufen, äh gerollt, würde ich sagen. Nächsten Monat wird der arme Behinderte also seinen Rollstuhl schieben müssen. Das kommt davon!

Rechtsfreier Raum

Es gibt noch einen Nachschlag in der Sache mit der fehlenden langen Leitung: Das Eisenbahn-Bundesamt, zuständig fĂĽr die Aufsicht ĂĽber die Eisenbahnen in Deutschland, hat die ĂśberprĂĽfung einer Beschwerde mehrerer Menschen aus Hamburg darĂĽber, dass auf der Eisenbahnstrecke Hamburg – Rostock ĂĽber ein Jahr lang keine Rollstuhlfahrer mitgenommen wurden, weil eine Heizungsstrippe zu kurz war und man den Zug nicht drehen wollte konnte, abgeschlossen. Leider kann auch die Aufsichtsbehörde nicht weiterhelfen, weil sie ĂĽber diese „betrieblichen Gestaltungsprozesse“ nicht Aufsicht fĂĽhren dĂĽrfe. Mit anderen Worten: Ob die Deutsche Bahn die Mitnahme von Rollstuhlfahrern ablehnen darf, entscheidet sie ganz alleine, solange sie… Weiterlesen »Rechtsfreier Raum

Keine lange Leitung

Etwas länger als ein Vierteljahr ist es schon wieder her, als ich in meinem Beitrag „Kurve zu hoch“ darĂĽber geschrieben habe, dass auf der Strecke Hamburg-Rostock zur Zeit keine Rollstuhlfahrer im Regionalexpress mitgenommen werden. Der 3. Leserkommentar ergänzte noch ein paar Fakten. Der Grund fĂĽr die Nichtmitnahme ist so banal und gleichzeitig so bescheuert, dass man vermuten könnte, es sei Fasching oder erster April. Nein, es ist Aschermittwoch (also alles vorbei) und den ersten April haben wir auch noch nicht. Der Hamburger Hauptbahnhof ist bekanntlich nicht allzu breit, dafĂĽr recht lang. In einigen Gleisen halten daher zwei ZĂĽge gleichzeitig. Im… Weiterlesen »Keine lange Leitung

Leckerer Auflauf

Ein Restaurant in Lurup gehört einer deutsch-tĂĽrkischen Familie. Vater, Mutter, ein Onkel und die Kinder arbeiten dort. Wir sind mit unserer WG nur durch Zufall dort gestrandet, wurden sehr höflich und zuvorkommend bedient. Der Inhaber erzählte uns beim zweiten Besuch beiläufig, dass auch eine seiner Töchter im Rollstuhl sitze. „Sie macht mir Sorgen. Sie liest sehr viel und ist sehr klug. Sie geht auf das Gymnasium und lernt viele Sprachen. Aber ihr fehlen Freunde. Die Freunde in der Schule haben oft andere Interessen als sie mit ihrer Behinderung.“ Als wir ihm erzählten, dass wir alle im Sportverein sind, holte er… Weiterlesen »Leckerer Auflauf

Nichts gelernt

Alles soll besser werden. Das haben die Verantwortlichen der Stadt nach dem letzten Winter versprochen, als auch das letzte Dickfell zugeben musste, dass man die Schneeräumung auf öffentlichen Wegen alles andere als im Griff gehabt hat. Man muss wohl ein sehr groĂźer Träumer sein, wenn man das glaubt. Ich muss allerdings zugeben, ich hatte zumindest gehofft, dass man, nach diesem Versprechen, wenigstens die wichtigsten FuĂźwege irgendwann mal vom Schnee befreit. Nun gut. Immerhin funktioniert unser Rolltor zur Tiefgarage noch. So kann ich wenigstens mit dem Auto ĂĽberall hinfahren. Und dass die Wege vom Schulparkplatz zur Schule wenigstens zwei Besen breit… Weiterlesen »Nichts gelernt

Mission gescheitert

Ich weiĂź nicht, was wir verkehrt machen. Wir kommen keinen Schritt mehr weiter. Auch wenn seit heute Ferien sind, geht mir eine Sache nicht aus dem Kopf: Es geht dabei um Fatma, eine Rollstuhlfahrerin, die seit diesem Sommer an meiner Schule unterrichtet wird. Sie spricht wegen ihrer Behinderung, ich vermute, es ist ein so genannter frĂĽhkindlicher Hirnschaden (Zerebralparese), etwas langsam und undeutlich, dafĂĽr aber eher laut. Sie wirkt auf mich sehr intelligent, sie spricht perfekt Deutsch – aber sie hat die gesamte Zeit ihre Mutter dabei, die sich mit ihr ausschlieĂźlich in tĂĽrkischer Sprache unterhält. Ja, richtig, die Mutter sitzt… Weiterlesen »Mission gescheitert

Gewisse AuĂźenseiterrolle

Inzwischen weiĂź ich, worĂĽber sich meine Lehrer Sorgen machen. Ich bin heute morgen noch einmal mit der Frage, ob ich mir denn inzwischen Gedanken gemacht hätte, auf das Thema angesprochen worden. Ich habe geantwortet, dass ich mir zwar Gedanken gemacht hätte, dass ich das Thema aber als erledigt angesehen habe, da ich mich fĂĽr durchaus ausreichend reflektiert halte. Und wenn da doch noch etwas sei, worĂĽber man reden mĂĽsste, dann könnte man sich mit mir wie mit jedem anderen erwachsenen Menschen vernĂĽnftig unterhalten. Ich habe wirklich nochmal ĂĽber alles mögliche nachgedacht. Und meine Leser ja auch… das mit dem Laptop… Weiterlesen »Gewisse AuĂźenseiterrolle

FĂĽnf Goldhamster

Meine Hausärztin hatte es wohl richtig gemacht. Heute bekam ich von meiner Unfallkasse die Mitteilung, dass sie die Kosten fĂĽr einen neuen Rollstuhl ĂĽbernehmen werden. „Eine entsprechende Mitteilung haben wir heute Ihrem Lieferanten ĂĽbersandt.“ Ich hatte meine Zweifel, ob meine Hausärztin meinen Kostenträger damit eher verärgert als ĂĽberzeugt, aber sie scheint zu wissen, was sie tut. Auf jeden Fall hat es geklappt. Bei meinem Anruf beim Sanitätshaus erfuhr ich dann, dass mit einer Lieferung frĂĽhestens im Juni zu rechnen sei. Solange muss ich noch mit dem Zweitrollstuhl von Sofie herumfahren, der 100 Mal besser ist als die MĂĽhle, die mir… Weiterlesen »FĂĽnf Goldhamster

Viel Lärm um meinen Rollstuhl

Das Gute an den Ferien ist ja, dass man morgens frei hat. So kommt auch eine SchĂĽlerin mal morgens zum Arzt. Ich brauche ja immernoch ein Rezept fĂĽr meinen Rollstuhl. Die Unfallkasse wartet dringend darauf, meine Hausärztin war in Urlaub und ihre Vertretung, Frau Doktor Zicke, wollte mir keins ausstellen. Vor dem Praxiseingang, auf dem GrundstĂĽck, waren zwei gepflasterte Parkplätze. An der Hauswand davor hingen zwei Rollstuhlfahrersymbole. Entweder waren die neu oder ich hatte sie beim letzten Mal ĂĽbersehen. Die Parkplätze waren schon länger dort, aber die Schilder wären mir sicherlich aufgefallen. So kam ich ohne groĂźe KunststĂĽcke direkt in… Weiterlesen »Viel Lärm um meinen Rollstuhl

Frau Doktor Zicke

Spätestens seit diesem Tag weiĂź ich, dass ich einen neuen Rollstuhl brauche, da der alte (so alt ist er zwar noch nicht, aber eben auch nicht mehr nagelneu) diesen Winter leider nicht ĂĽberlebt hat. Allenfalls als „wirtschaftlicher Totalschaden“ durch Schnee, Salz, Split und scharfkantige Eisplatten auf den Gehwegen. Die Unfallkasse rief mich an und bat mich, mir von meinem Hausarzt einen neuen Rollstuhl verordnen zu lassen. Das war mir nicht ganz schlĂĽssig, denn immerhin hatte die Unfallkasse doch bereits ein Gutachten des von ihnen selbst beauftragten Sachverständigen, wonach eine Reparatur unwirtschaftlich sei. „Wir brauchen aber trotzdem eine neue Verordnung, sonst… Weiterlesen »Frau Doktor Zicke