Menschen

Laktat und Glucagon

Ab morgen wird uns der Alltag wiederhaben. Marie und ich müssen wieder arbeiten, Helena muss in dieser Woche wieder zur Schule und es wird nicht mehr lange dauern, bis der letzte Weihnachtsschmuck aus den Vorgärten verschwunden ist. Wir haben den Heiligabend mit Susi und Otto bei uns zu Hause an der Ostsee verbracht. Wir waren gemeinsam in der Kirche, wo eine Schulfreundin von Helena ein Solo gesungen hat. Was sie echt toll hinbekommen hat. Helena hat zu Weihnachten ihr erstes vernünftiges Smartphone bekommen, nachdem sie ein Jahr lang mit einem sehr einfachen Jugend-Smartphone sehr gut zurechtgekommen ist und sich überraschend… Weiterlesen »Laktat und Glucagon

Denkzettel

Dass eine Person mit einem Rollstuhl durch einen Baumarkt fährt, mag ja heute keine große Besonderheit mehr sein. Aber wenn nun drei Menschen im Rollstuhl hintereinander herfahren, dann bleiben selbst heute noch Leute stehen oder rennen gar gegen ein Regal. Ganz zu schweigen von den vielen lustigen Sprüchen und Fragen, wie beispielsweise der, ob wir ein Rollstuhlrennen machen. Oder ob man die Dinger im Baumarkt testen und kaufen könnte. Die Oma sei nämlich schlecht zu Fuß. Und wehe, ich lächle dann nicht. Dann gibt es beleidigte Leberwürste, und nachdem ich mal gesehen habe, was so alles in eine Leberwurst gedreht… Weiterlesen »Denkzettel

Puzzleteile

Es gibt einen Menschen in meinem Leben, der mich immer mal wieder begleitet. Kennengelernt habe ich ihn im ersten Semester meines Studiums, über eine damalige Bekannte. Er war der Partner dieser Bekannten. Inzwischen habe ich seit fünf Jahren nichts mehr von dieser Bekannten gehört, nachdem sie mich am Ende nur noch genervt hat. Sie bekam nichts organisiert und hat immer alle möglichen Leute eingebunden, ohne selbst einen Finger zu rühren. War total verpeilt, chronisch pleite und absolut naiv. Da kann sie oberflächlich noch so lieb sein, solche Bekanntschaften sind mir auf Dauer zu anstrengend. Er ist auch nicht mehr mit… Weiterlesen »Puzzleteile

Nur noch peinlich

Was habe ich nicht so alles vermisst in der einen Woche, in der ich flach lag: Menschen! Vollmond! Menschen bei Vollmond?! Ich habe den heutigen dienstfreien Morgen zum Einkaufen genutzt. Also Lebensmittel und so. Wir haben bei uns im Ort fünf verschiedene Supermärkte, davon zwei Discounter und drei relativ große Läden mit Vollsortiment. Am häufigsten bin ich bei dem, der Lebensmittel liebt, vor allem, weil der so schöne Behindertenparkplätze vor der Tür hat. Und weil ich die eine Kassiererin so gerne mag. Oder sie mich. Oder beides. Ich nenne sie mal Gabi. Ich kannte sie schon aus dem Supermarkt, als… Weiterlesen »Nur noch peinlich

Nicht immer einfach

Diese Klinik scheint es besser mit mir zu meinen. Sofern ich das nach so kurzer Zeit überhaupt schon beurteilen kann. Die Arbeitszeiten und die Erwartungshaltung gerade gegenüber jungen Ärzten sind nicht anders als anderswo – darüber hatte ich aber auch keinerlei Illusionen. Immerhin wird relativ ernst genommen, dass ich ein Kind zu Hause habe, das nicht endlos alleine bleiben kann. Wann Marie da ist, wann Helena ein Angebot der Ganztagsschulbetreuung in Anspruch nimmt oder wann sie zur Therapie, mit einer Freundin unterwegs ist oder zu Hause, muss ich ja nicht großartig erläutern. Ich habe mich nur schon gewundert, dass alle… Weiterlesen »Nicht immer einfach

So ein Tag

Ich war gerade, trotz Regen und Wind, eine Stunde Handbiken. Zum Abreagieren. Ist gerade Vollmond oder hat in dieser Gegend wieder irgendjemand eine Büchse Idioten aufgemacht? Unwahrscheinlich viele waren heute unterwegs. Und mein Idiotenmagnet zieht sie bekanntlich alle an. Es war kurz davor, dass ich ausgerastet wäre. Ich halte mich für einen sehr toleranten Menschen, aber mein Geduldsfaden ist nicht endlos strapazierbar. Das begann schon morgens damit, dass sich jemand direkt vor unsere Auffahrt gestellt hat. Parkenderweise. Zehn Minuten später, ich war wirklich kurz davor, ihn abschleppen zu lassen, kam er wieder, guckte mich grinsend an und sagte: „Ach, ist… Weiterlesen »So ein Tag

Gute Vorsätze und: Wie man damit umgeht

„Gute Vorsätze“ ist, glaube ich, ein Instrument, um vom Jahreswechsel-Blues, den viele Menschen schieben, wenn sie die letzten 365,25 Tage in ihren Gedanken Revue passieren lassen, abzulenken. Genauso wie die Knallerei. Die soll böse Geister vertreiben. Vermutlich nicht nur die draußen, sondern auch die, die auf der Psyche liegen. Wenn Weihnachten, das Fest der Liebe, vorbei ist, und alle Aufregung verflogen, dann brauchen die Menschen etwas, an dem sie sich festhalten können. Gute Vorsätze. Früher oder später ist der Jahreswechsel-Blues weg. Alle sind wieder im Alltag angekommen, sind wieder im Stress, sind mittendrin. Mit ihm weg sind dann auch die… Weiterlesen »Gute Vorsätze und: Wie man damit umgeht

Hokuspokus

Ich war heute nach Feierabend noch einmal im Schwimmbad. Helena war mit eine Freundin verabredet, Marie hilft heute ihrer Mutter bei einer Jahresabrechnung und ich hatte nochmal Lust auf den Blindfisch. Normalerweise glaube ich nicht an Hokuspokus. Aber manchmal habe ich das Gefühl, als gäbe es eine gewisse Paranormalität. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass die Frau bereits fertig ist mit Schwimmen und im nassen Badeanzug, in ein Handtuch eingewickelt, auf einer gefliesten Bank sitzt und … auf mich wartet? Würde sie sehen können, würde ich sagen, sie starrt Löcher in die Luft. Ich rolle zu ihr und… Weiterlesen »Hokuspokus

Glückskäfer

Ich bin ja noch eine Auflösung schuldig. Nein, ich löse mich nicht selbst auf, sondern die „Prüfungsfragen“, die ich vor einer Woche in den Raum gestellt habe. Ich muss ja erwähnen, dass ich hier keine Rechtsberatung mache und die „Auflösung“ nur meine persönliche Meinung ist, die keinen Anspruch auf Richtigkeit hat. Aber so habe ich es gelöst: Zu 1) Das kommt ja immer auf den Umfang und das mit der Behandlung verbundene Risiko einerseits, auf die Einwilligungsfähigkeit des Patienten andererseits an. Wenn der Eingriff so schwerwiegend ist, dass selbst bei Erwachsenen regelmäßig ein schriftliches Einverständnis eingeholt wird (Narkose, Operation etc.),… Weiterlesen »Glückskäfer

Heini, Bärbel, Aschenbrödel

Bei kaltem Wetter wird mehr gekuschelt. Deswegen werden ja auch in den Monaten Juli, August und September in Deutschland die meisten Kinder geboren. Einen kleinen Kick gibt es nochmal mit den ersten Frühlingsgefühlen, aber ansonsten ist die stimmungsvolle Zeit vor Weihnachten und kurz danach diejenige, in der die meisten Kinder gezeugt werden. Das bedeutet auch: Jemanden, der aus eher peinlichen Gründen die Notaufnahme aufsucht, wird man am ehesten in dieser Zeit dort antreffen. Nun arbeite ich derzeit nicht in der Notaufnahme und bin damit schon gar nicht für gynäkologische oder urologische Notfälle zuständig. Worum ich, ehrlich gesagt, auch nicht traurig… Weiterlesen »Heini, Bärbel, Aschenbrödel