Ronja

Physikum – schriftliche PrĂŒfung

Ich habe es ĂŒberstanden. Das Ergebnis habe ich noch nicht, es ist also theoretisch denkbar, dass ich in einem halben Jahr noch einmal ran muss, aber fĂŒr den Moment kann ich das Thema vor allem in meinem Kopf weit zur Seite schieben. Ich rede von schreibe ĂŒber den ersten Teil der Ă€rztlichen PrĂŒfung, frĂŒher offiziell Physikum genannt, heute inoffiziell noch immer. Den mĂŒndlichen Teil hatte ich in der vorletzten Woche schon hinter mich gebracht, der schriftliche Teil war zu Beginn dieser Woche dran. Zwei Tage zu jeweils vier Stunden, pro Tag 160 Multiple-Choice-Fragen aus insgesamt vier FĂ€chern. Es handelt sich… Weiterlesen »Physikum – schriftliche PrĂŒfung

Korrekt aber kalt

Ich glaube, fast alle Menschen sind sich einig, dass es absolut abscheulich ist, wenn ein TĂ€ter (oder eine TĂ€terin) bei einem gewaltsamen Übergriff die körperliche Unterlegenheit eines Opfers ausnutzt. Das fĂ€ngt nicht bei den Leuten an, die einem am Boden liegenden Menschen gegen den Kopf treten und es hört gewiss nicht bei einem Fall auf, der ausgerechnet Maria widerfahren ist, die ja bereits in der Pflegeeinrichtung, in der sie lange Jahre wohnte, bevor sie zu uns kam, Erfahrungen mit gewalttĂ€tigen Mitarbeiterinnen machen musste. Maria hat sich in den Monaten bei uns echt gemausert. Sie hat es nach jahrelanger Isolation geschafft,… Weiterlesen »Korrekt aber kalt

Keine verbundenen Blogger

Bisher habe ich immer gedacht: Der versteht sein Handwerk. Die Rede ist von Frank, ein Jurist, der mit uns in unserer WG wohnt. Der unser Wohnprojekt mit gegrĂŒndet hat, der Maria aus ihrem Heim geboxt hat, der den rechtlichen und organisatorischen Rahmen fĂŒr Ronjas Arbeit in unserem Haus geschaffen hat, der meinen FĂŒhrerschein vor einer zu gierigen Behörde gerettet hat 
 die AufzĂ€hlung der Dinge, die er anfasst und zu einem guten Ergebnis bringt, ist lang. Inzwischen bin ich ĂŒberzeugt, dass er nicht nur sein Handwerk versteht, sondern darĂŒber hinaus noch mindestens ein goldenes HĂ€ndchen hat. Falls ich es nicht… Weiterlesen »Keine verbundenen Blogger

Meine Viertelstunde

Ich hatte die Augen schon zu, trĂ€umte von stinkenden Stinkesocken knackigen Jungs mit knackigem Popo, als es plötzlich an meiner ZimmertĂŒr wummerte. Dem GerĂ€uschpegel nach musste irgendjemand etwas hochgradig wichtiges mitzuteilen haben. Vielleicht lag eine Bombe in der WaschkĂŒche? Oder Elvis Presley hockte in unserem Gruppenraum und aß Popcorn? Als es ein zweites Mal aufgeregt klopfte, schĂ€lte ich mich aus dem Bett und rollte zur TĂŒr. Cathleen stand draußen: „Dein Handy ist aus. Steh auf, zieh dich an, in einer Stunde ist Training angesetzt. Tatjana hat eine SMS geschickt und Marie ist auch schon ganz aufgeregt, weil sie dich nicht… Weiterlesen »Meine Viertelstunde

Aufregung und Schamlippen

Eine Aufregung gibt es unter einigen meiner Leser, da kann ich inzwischen nur noch mit dem Kopf schĂŒtteln. Ja, inzwischen kann ich wieder mit dem Kopf schĂŒtteln, denn inzwischen hat man rausgefunden, dass es sich nicht nur um einen entzĂŒndeten Schleimbeutel gehandelt hat, der Schmerzen verursacht hat (und der sich schon wieder beruhigt hat), sondern zusĂ€tzlich auch noch um einen eingeklemmten Nerv. Und das wiederum hat der OrthopĂ€de, bei dem ich war und der seine Patienten im Schnelldurchgang behandelt, natĂŒrlich nicht gesehen. Das hat Ronja festgestellt. Inzwischen habe ich von meiner HausĂ€rztin noch eine Spritze bekommen, und zwar in den… Weiterlesen »Aufregung und Schamlippen

Viel Post und ein Schleimbeutel

In der heutigen Zeit Ă€ndern sich Dinge schneller als sie es frĂŒher taten. Die Welt sei sehr viel schnelllebiger geworden, sagen vor allem die Ă€lteren Menschen. Manche Dinge Ă€ndern sich hingegen nie. Manchmal ist das gut, manchmal auch nicht. Und wieder andere Dinge, von denen man möchte, dass sie sich möglichst schnell Ă€ndern, lassen unglaublich, unheimlich und unverschĂ€mt lange auf sich warten. Im letzten Monat bin ich, ist vor allem mein Blog, durch eine Nominierung bei den BOBs einigermaßen aus der Bahn geworfen worden. Einige Konsequenzen daraus habe ich noch nicht abschließend fĂŒr mich bewerten können. So gibt es demnĂ€chst… Weiterlesen »Viel Post und ein Schleimbeutel

Eine Woche Stress

Manchmal wĂŒnsche ich mir die Zeit zurĂŒck, in der ich mittags aus der Schule kam (ja, ich gehöre noch zu der Generation, die die Zeit vor den Ganztagsschulen zu einem großen Teil miterlebt hat), meine Hausaufgaben in den langweiligen Unterricht der ersten beiden Stunden des Folgetages verschoben habe und stundenlang Zeit fĂŒr mich selbst hatte. Und fĂŒr meine Pferde. Ich habe mich vor ein paar Tagen mit Jana unterhalten, vor allem ĂŒber das Theater hier auf meiner Seite. Ich will den Inhalt des GesprĂ€chs hier nicht weiter vertiefen, aber eins ist mir besonders aufgefallen. Ich habe mich, was meine Zeit… Weiterlesen »Eine Woche Stress

Und noch ein Verein

Als ich vor knapp drei Wochen darĂŒber schrieb, fĂŒr Ronja, meine Physiotherapeutin, eine Idee zu haben, habe ich nicht wirklich damit gerechnet, dass es mehr als nur eine Idee wird. Aber getreu dem Motto ‚Wer nicht wagt, der nicht gewinnt‘ habe ich vor drei Wochen Frank und Sofie davon erzĂ€hlt, dass Ronja ab 01.01.12 nur noch in der Handchirurgie eingesetzt werden soll, nicht mehr in dem Bereich, fĂŒr den sie sich eigentlich beworben hatte. Sie hat sich trotz ihrer Behinderung, mit UnterstĂŒtzung der Arbeitsagentur und in fast doppelt so langer Zeit wie ĂŒblich, durch die Physiotherapeutenausbildung durchgekĂ€mpft, war so ĂŒberglĂŒcklich,… Weiterlesen »Und noch ein Verein

Tolle neue Woche

Die Woche fĂ€ngt gut an, sagte der Mann, der am Montag gehĂ€ngt werden sollte. Es ist völlig egal, ob ich zur Zeit zur Schule, zur Arbeit oder sonstwo hin muss – ich hasse sie, die Leute, die mir an einem Montagmorgen ungefragt erklĂ€ren mĂŒssen, dass ja eine neue Woche begonnen hĂ€tte. Als Rollstuhlfahrerin hat man ja unfreiwillig eine Art Beamtenstatus. In einem mehr oder weniger schmerzhaften Akt wird man zu dem, was man spĂ€ter ist, bekommt vom Staat darĂŒber eine amtliche Ernennungsurkunde und einen Dienstausweis (ab nĂ€chstem Jahr aus Plastik und in Scheckkartenform), auf dessen RĂŒckseite der Dienstgrad eingetragen wird… Weiterlesen »Tolle neue Woche

Ronja bleibt

Meine Physiotherapeutin hat, wie sie mir heute erzĂ€hlte, einen neuen Vertrag bekommen. Sie wird ĂŒber den 31.12.10 weiterbeschĂ€ftigt – und zwar unbefristet. Damit kann sie dann als Schwerbehinderte nur noch gekĂŒndigt werden, wenn die GrĂŒnde dafĂŒr nichts mit ihrer Behinderung zu tun haben. Außerdem bekomme sie ab Januar monatlich rund 350 Euro mehr Gehalt ausgezahlt. Als sie mir das erzĂ€hlte, bin ich ihr erstmal um den Hals gefallen. „Komm her, lass dich drĂŒcken. Ich freue mich riesig fĂŒr dich!“