Christin

Und dann kam Corona

Warum habe ich seit ĂĽber einem Dreivierteljahr nicht mehr gebloggt? Die Frage wurde mir im letzten Dreivierteljahr oft gestellt. Blöder Beginn fĂĽr einen neuen Blogbeitrag nach so langer Zeit. Blöder Stil und so. Fast so wie „es war einmal“. Und „es war einmal“ ist nicht meins. Im Moment zumindest nicht. Ich hatte so viel vor. Ich wollte so viel von den Dingen tun, die mir gut tun. Stattdessen: Quarantäne. Nur noch arbeiten und ansonsten zu Hause bleiben. Möglichst niemanden treffen. Eine schlimme Seuche liegt ĂĽber unserem Land. Und bald schon ĂĽber der ganzen Welt. Eine Pandemie. Ein Ereignis, das wir… Weiterlesen »Und dann kam Corona

Open Water III

An Christins Wettkampftag war es bewölkt. Die Lufttemperatur, die vorher noch ĂĽber 30 Grad hatte, war auf angenehme 21 Grad gefallen. Fast optimale Bedingungen fĂĽr einen Wettkampf. Wir fuhren rund 30 Kilometer zu einem SĂĽĂźwasser-Binnensee, in dem die Wettkämpfe stattfinden sollten. Ich fasse es kurz zusammen: Durch einen heftigen Regenfall zwischendrin war es kurz davor, dass die Veranstalter das Rennen unterbrechen. Christin konnte zwar ihre 10 Kilometer durchschwimmen, war aber fast zehn Minuten langsamer als noch vor einer Woche und entsprechend unzufrieden. „Die ganze Woche brennt die Sonne und in den zwei Stunden, in denen ich schwimme, bricht ein Unwetter… Weiterlesen »Open Water III

Christin und Amerika

FĂĽr irgendwelche kulturellen SehenswĂĽrdigkeiten hatten wir in den Tagen in Amerika keine Zeit. Wir hätten uns Zeit nehmen können, aber unser Hunger war hauptsächlich der nach Sonne. Wir haben es beide geschafft, schon vor unserem Wettkampf etwas Sonnenlicht zu bekommen ohne dabei die Haut zu verbrennen. Immerhin wĂĽrde ich während meiner Schwimmzeit der prallen Sonne ausgesetzt sein. Wir lagen also am Strand, hatten uns einen Sonnenschirm geliehen (ohne den es nicht auszuhalten war), soffen literweise Wasser und gingen alle zwei Stunden mal in die Wellen. Vorausgesetzt, das Wasser war da. Wobei ein wenig Wasser immer da war. Christin bat darum,… Weiterlesen »Christin und Amerika

Keine Paranoia

Zum Check-In waren wir rechtzeitig im Flughafen, und während Christin genauestens auf Waffen und andere verbotene Gegenstände durchsucht und durchleuchtet wurde, wurde ich nur halb ĂĽberprĂĽft. Die Arme, der RĂĽcken … hätte ich eine Handgranate in der Hosentasche gehabt, hätte das wohl niemand gemerkt. Immerhin wurde aber der Rollstuhlrahmen auf frĂĽheren Kontakt zu Sprengstoff beprobt. Jetzt fehlte nur noch, dass Emma nach ihrem letzten SchieĂźtraining meinen Rollstuhl angefasst hat und dort jetzt noch Munitionsanhaftungen kleben. War aber alles negativ. Wir waren gerade mit der Kontrolle fertig, da kam bereits eine Mitarbeiterin auf uns zu. „Sind Sie Frau Socke? Schön, dass… Weiterlesen »Keine Paranoia

Vierzehn und kein Service

Im letzten Jahr war es noch uncool, zu Helenas Geburtstag zu kommen. In diesem Jahr kamen gleich zwölf MitschĂĽlerinnen und drei MitschĂĽler, um mit ihr zu feiern. Wir haben von einem Verein einen Partyraum gemietet, diesen mit Helena zusammen schön geschmĂĽckt und es ordentlich krachen lassen. Es gab ein kaltes Buffet, das Marie, Helena und ich am Vortag gemeinsam vorbereitet hatten, altersentsprechende Mucke, Luftballons und Leuchtgirlanden. Dazu Rolläden runter und Partybeleuchtung an – einschlieĂźlich Diskokugel. Was machen 14 Jahre alte Teenys so? In erster Linie quatschen, lachen, singen und tanzen. Nein, es gab kein festes Programm, sondern eine Playlist. Und… Weiterlesen »Vierzehn und kein Service

Nochmal Openwater

Nachdem mir der FĂĽnf-Kilometer-Wettkampf vor vier Wochen so gut gefallen hat, war es klar, dass ich zustimmen wĂĽrde, dieses Mal sogar sofort, als Christin mich in der letzten Woche fragte, ob ich sie noch einmal begleiten wĂĽrde. Wieder Ausland, dieses Mal anderes Land, wieder nur wenige Autostunden von meinem derzeitigen Wohnort entfernt. Wieder in einem Binnensee, wieder ĂĽber zwei Tage, wieder mit unterschiedlichen Wettkämpfen fĂĽr SchĂĽler und Erwachsene. Wir wollten direkt nach meinem Dienst losfahren. Ich hatte angeboten, Christin von Zuhause abzuholen. Plötzlich, ich schrieb gerade einige Berichte an meinem Arbeitsplatz, klingelte mein Telefon in der Hemdtasche. „Hier ist eine… Weiterlesen »Nochmal Openwater

Nächtlicher Besuch

Da liege ich abends um 22 Uhr in meinem flauschigen Bett, habe das Licht ausgeschossen und höre keine Musik mehr, weil ich nach anstrengender Arbeit einfach nur noch schlafen möchte, als drauĂźen im Garten Licht angeht. Da ich das Fenster gekippt habe und die Rolläden nicht ganz geschlossen, damit ich nachts beim Schlafen mit meinem hohen Sauerstoffbedarf keinen Unterdruck erzeuge, kann ich das sehen. Ich vermute eine Katze oder irgend ein anderes Tier, das durch einen Bewegungsmelder gelaufen ist. Eine Minute später ist das Licht wieder aus. Hätte ich schon geschlafen, hätte ich das gar nicht mitbekommen. Doch dann: Erneut… Weiterlesen »Nächtlicher Besuch

Kein Triathlon IV

Hier kommt nun der letzte Teil meines mal wieder ausfĂĽhrlich beschriebenen Erlebnisses. Und ich warne vor: Es wird exkrementlastig. Wer da empfindlich ist, liest vielleicht lieber ein wenig im Telefonbuch. An meinem „groĂźen Tag“ weckte mich der Wecker. Nicht die Enten. Als ich nach dem Duschen wieder im Zelt war, sagte Christin: „Ziehe ich dir das Ding jetzt im Zelt im Liegen an oder legen wir drĂĽben eine Decke auf die Wiese? Im Sitzen wirst du es nicht ĂĽber den Hintern kriegen.“ – Gemeint war ihre Ersatz-Hightech-Schwimmkleidung, die sie bereits ausrangiert und nur fĂĽr den Notfall noch dabei hatte. Oder… Weiterlesen »Kein Triathlon IV

Kein Triathlon III

Geweckt wurden wir um kurz vor sechs Uhr von einem Entenpaar, das hinter der Hecke stand und laut schimpfte. WorĂĽber auch immer. Christin schaute mich verschlafen an und verdrehte ob des Lärms die Augen. Während andere Menschen sich jetzt noch einmal umdrehen wĂĽrden, hatte mich meine Querschnittlähmung schon wieder voll im Griff: Ich stellte erstmal fest, dass meine Blase ĂĽber die Nacht brav gewesen war. Jetzt aber randvoll war, was kein Problem war, solange ich mich nicht aufrichte. Sobald ich das mache, bleibt ein Zeitfenster von zwei bis drei Minuten. Mein Rollstuhl stand im Vorzelt. Zum Waschraum mĂĽsste ich ĂĽber… Weiterlesen »Kein Triathlon III

Kein Triathlon II

Am Freitag nach der Arbeit holte ich Christin von zu Hause ab. Sie stand mit ihren zwei groĂźen Schwimmtaschen und einer Zelttasche und einem groĂźen Beutel mit einem Luftbett bereits vor der TĂĽr und wartete auf mich. Auch wenn wir erst in zehn Minuten verabredet waren. Sie lud ihre Sachen hinten ein, setzte sich auf den Beifahrersitz und sagte: „Ich bin so aufgeregt.“ – Dabei schwimmt sie regelmäßig im In- und Ausland diese langen Strecken und das gar nicht mal so schlecht. Vier Stunden hatten wir fĂĽr die Fahrt eingeplant. Bei AuĂźentemperaturen von ĂĽber 30 Grad lobte ich mir die… Weiterlesen »Kein Triathlon II