Jugendamt

GlĂŒcklich und zufrieden

Ja, gestern fĂŒhlte ich mich so halbwegs wieder fit. Was auch einigermaßen wichtig war, denn wir bekamen Besuch vom Jugendamt, das sich turnusmĂ€ĂŸig anschauen wollte, wie es Helena geht. Um turnusmĂ€ĂŸig zu entscheiden, wie es mit Helena weitergeht. Weil ja alles so schön unter gefĂŒhlt einem halben Dutzend Behörden aufgeteilt ist, mĂŒssen wir uns mit zwei JugendĂ€mtern unterhalten: Ein örtliches, das offiziell fĂŒr Erziehungsfragen und die Auszahlung der Kohle zustĂ€ndig ist, und eins an ihrem bisherigen Wohnort, das fĂŒr die Kohle aufkommen muss, die Helena kostet. Das Kosten tragende Jugendamt hat sie seit Monaten nicht mehr gesehen, und bisher sind… Weiterlesen »GlĂŒcklich und zufrieden

Spastische Attacke

Die eine oder andere VerĂ€nderung gibt es immer in unserem Wohnprojekt. Bei insgesamt 21 Personen, die sich ĂŒber drei Etagen verteilen, ist das aber auch kein Wunder. Zwei Zimmer wurden frei, nachdem die beiden Bewohnerinnen außerhalb Hamburgs eine Ausbildung beziehungsweise ein Studium beginnen und dadurch in ein Internat beziehungsweise in ein Studentenwohnheim ziehen. Zum 01.08. bekamen wir nach lĂ€ngerem Auswahlverfahren und Probewohnen einen neuen Bewohner und eine neue Bewohnerin dazu, er ist 23 und wegen einer vererbten Erkrankung stĂ€ndig, also auch innerhalb der Wohnung, Rollstuhlfahrer, sie ist 16 und Spasti, fĂ€hrt lĂ€ngere Strecken außerhalb des Hauses im Rollstuhl. Die junge… Weiterlesen »Spastische Attacke

Schneehasen in Schneehosen

Normalerweise sollte man mindestens 18 sein, wenn man bei uns wohnen will. Falls der- oder diejenige gut zu uns passt, die Eltern zustimmen und geklĂ€rt ist, wer zuverlĂ€ssig die Miete zahlt, machen wir auch schonmal eine Ausnahme mit 17 oder gar 16 Jahren. Noch jĂŒngere Leute können wir uns nicht vorstellen. So haben wir es mal gemeinsam beschlossen. Im September letzten Jahres haben wir uns alle (also alle Bewohner unseres Wohnprojekts) versammelt und darĂŒber beraten, ob wir auf fast schon verzweifelte Bitten des Jugendamtes einen 14-jĂ€hrigen Jungen bei uns aufnehmen sollten. Der Junge solle auf vorlĂ€ufigen Beschluss eines Gerichts nicht… Weiterlesen »Schneehasen in Schneehosen

Ich gehe mit meiner Laterne


 und meine Laterne mit mir. Da oben leuchten die Sterne und unten leuchten wir. Ich trag mein Licht und fĂŒrcht‘ mich nicht, la bimmel, la bammel, la bumm. So habe ich es im Kindergarten gelernt. Man könnte jetzt ĂŒber den tieferen Sinn und ĂŒber Parallelen im Leben, in meinem Leben, nachdenken und wĂŒrde bestimmt irgendetwas finden. Ganz bestimmt. In diesem Moment finde ich es allerdings lediglich schade, dass es am Ende nicht „la bummel“ heißt. Denn „Bummel“ heißt mein neuer vorlĂ€ufiger weiblicher Vormund. Kein Scherz. Und der Name ist auch keineswegs Programm, dazu aber spĂ€ter mehr. Erstmal muss ich… Weiterlesen »Ich gehe mit meiner Laterne

Jetzt gehts richtig los

Inzwischen ĂŒberschlagen sich die Ereignisse. Ich versuche, ein wenig Ordnung reinzubringen. Ich hoffe, ich schreibe das alles richtig und gebe das richtig wieder. Mir raucht immernoch der Kopf. Am Morgen war die Mitarbeiterin vom Jugendamt bei mir vor der TĂŒr, siehe Beitrag von gestern. Wie wir spĂ€ter erfahren haben, hat die Polizei, die vorgestern bei dieser Aktion hier war, nicht bemerkt oder nicht fĂŒr besonders wichtig gehalten, dass ich noch minderjĂ€hrig bin. Das hat mich auch nicht gestört. Als die Beamten aber meinen Vater besucht haben, um ihm zu erzĂ€hlen, dass er fĂŒr die nĂ€chsten 14 Tage hier nicht aufzutauchen… Weiterlesen »Jetzt gehts richtig los

Meike am Morgen

Ich habe Ferien, ich kann ausschlafen. Also soll doch bitte keiner von mir erwarten, dass ich in den Ferien vor 10 Uhr aufstehe. Andere Leute schlafen sogar bis 12 Uhr. Ich weiß, dass das fĂŒr die Ă€ltere Generation unvorstellbar ist. Genauso unvorstellbar ist es aber fĂŒr mich, jeden Tag, ob Wochenende oder Werktag, ob Winter oder Sommer, um 6 Uhr aufzustehen. Ich geh morgens einmal aufs Klo, trinke vielleicht was, vielleicht lasse ich auch einmal kurz frische Luft in mein Zimmer, aber dann schlafe ich weiter. DafĂŒr bleibe ich lieber abends ein bißchen lĂ€nger wach. Entsprechend wenig begeistert bin ich,… Weiterlesen »Meike am Morgen