Simone

Ganz allein und viel Besuch

Vermisst mich schon jemand? Ich jedenfalls vermisse mein Zuhause. Ganz dringend. Leider ist nach wie vor noch kein Entlassungs- oder Verlegungstermin in Sicht. Ich habe schon etliche Male beim Stationsarzt angemeldet, dass ich gerne so schnell wie möglich entlassen oder nach Hamburg verlegt werden möchte, der wollte auch schonmal den Oberarzt fragen, der hat dem Oberarzt angeblich auch meine Krankenakte mit einem entsprechenden Vermerk ins Fach gelegt, der wollte heute auch nochmal nachfragen, aber ich habe immernoch keine RĂĽckmeldung. Erst wenn der Oberarzt zustimmt, wird auch der Chefarzt zustimmen und mich entlassen oder wenigstens verlegen. Ich meine durchaus, dass ich… Weiterlesen »Ganz allein und viel Besuch

Peinlichkeiten – Heimlichkeiten

Nun ist sie wieder weg. Es war ein aufregendes Osterwochenende. Und der Höhepunkt war unser StraĂźentraining in der Nacht auf Ostermontag. Wir alle hatten eine viel zu lange Winterpause, aber fĂĽr Lisa war es das allererste Mal. Bisher hatte sie nur auf dem Sportplatz, in der Sport- und in der Schwimmhalle trainiert. Ich erinnere mich noch sehr gut an mein erstes StraĂźentraining, an dem ich teilgenommen habe, bevor ich mir so recht ĂĽberlegen konnte, ob ich das ĂĽberhaupt wollte. Dass das nachts stattfindet, hat lediglich den Grund, dass nachts kaum Verkehr auf den StraĂźen ist. Auch wenn man mit RennrollstĂĽhlen… Weiterlesen »Peinlichkeiten – Heimlichkeiten

Leute wie ich

Immer mal wieder erzähle ich gerne von den besten SprĂĽchen, die man sich als Rollstuhlfahrerin der Ă–ffentlichkeit so anhören muss. Ăśber die Ursachen und HintergrĂĽnde, warum Menschen in fĂĽr sie unbehaglichen Situationen (als unbehaglich empfinden halt viele Menschen, wenn etwas in ihrer Nähe ist, was fĂĽr sie nicht alltäglich ist und sie verunsichert) merkwĂĽrdig reagieren, habe ich schon sehr oft nachgedacht und auch das eine oder andere Mal schon etwas dazu geschrieben, viel mit Freundinnen und Freunden darĂĽber diskutiert – aus meiner Sicht bleibt es ein sonderbares Phänomen. So komme ich aus einem Geschäft auf die StraĂźe, als mich eine… Weiterlesen »Leute wie ich

Ausblick auf einen Stern

Zur Zeit bin ich sehr glĂĽcklich mit meinem Golf Kombi. Er ist zwar schon etwas älter, aber er fährt, verbraucht nicht viel Benzin äh Diesel – ich bin zufrieden. Am liebsten wĂĽrde ich ihn noch einige Jahre fahren. Wir haben sogar schon drin geschlafen. Ladefläche umgeklappt, Luftmatratzen rein, das funktioniert. Sogar zu zweit, sogar zu dritt. Man liegt zwar wie ein paar Ă–lsardinen in der Dose und die RollstĂĽhle mĂĽssen drauĂźen bleiben, aber es funktioniert. Schlecht wird es nur, wenn ich kĂĽnftig wirklich meinen Sport machen möchte und zu einigen Wettkämpfen fahren will. Meine AusrĂĽstung bekomme ich nicht in den… Weiterlesen »Ausblick auf einen Stern

Der Gedankenleser – alles nur geträumt

Manchmal, wenn ich zum Sport, zur Physiotherapie oder zur Nachbetreuung in das Querschnittzentrum fahre, in dem ich fast ein Jahr stationär behandelt wurde, läuft mir der Chefarzt ĂĽber den Weg. Meistens grĂĽĂźt er, manchmal drĂĽckt er mir die Hand, fragt, wie es mir geht. Manchmal sieht man ihn mit Stöpseln im Ohr beim Betriebssport auf irgendwelchen Fitnessgeräten turnen, manchmal fährt er mit lauter Musik im Auto vom Gelände. Weiter kenne ich ihn nicht. Einmal war ich in seinem Zimmer, vielleicht fĂĽr zwei Minuten, als ich ihn fragen musste, ob ich von der Klinik aus in ein Trainingslager fahren darf (siehe… Weiterlesen »Der Gedankenleser – alles nur geträumt

Schrottprojekt, HĂĽhnersuppe und Meerjungfrauen

Im zweiten Schulhalbjahr mĂĽssen wir im Unterrichtsfach Psychologie Zweiergruppen bilden und selbständig Projekte zu vorgegebenen Themen ausarbeiten. Ich habe mir zusammen mit einer MitschĂĽlerin ein Projekt ausgesucht, bei dem es um den Einfluss von äuĂźeren Umständen auf die Antworten eines Probanden bei einer Befragung geht. Die Projekte haben drei Teile: Im ersten Teil sollen die beiden „Projektleiter“ das schriftlich zu Hause vorbereiten und dann den MitschĂĽlern vorstellen, im zweiten Teil soll der ganze Kurs einige Stunden lang in der Ă–ffentlichkeit eine Befragung oder ein Experiment oder eine Beobachtung durchfĂĽhren, im dritten Teil sollen wieder die beiden „Projektleiter“ den Kram auswerten… Weiterlesen »Schrottprojekt, HĂĽhnersuppe und Meerjungfrauen

Cathleens Einweihungsparty

Endlich gibt es mal wieder etwas positives zu berichten. Ohne jede Ironie, nicht mal mit einem faden Beigeschmack. Gestern abend feierte Cathleen endlich ihre offizielle WG-Einweihungsparty. Ein Vierteljahr hat es gedauert, bis es endlich so weit war. DafĂĽr war es aber ein schöner Abend. Simone konnte leider nicht, aber ansonsten waren alle Leute aus der WG (logisch), aus unserer Sportgruppe sowie Jana da. Und endlich waren auch mal wieder nur Leute da, von denen ich den Eindruck hatte, dass ihnen was aneinander liegt. Wir haben zusammen gegessen, gequatscht, Musik gehört, Spiele gespielt und einen prima Abend verlebt. Jana blieb bis… Weiterlesen »Cathleens Einweihungsparty

Die erste Nacht mit Jan

Gestern war das letzte Schwimmtraining vor den Weihnachtstagen. Das ist auch kein groĂźes KunststĂĽck, wenn der 23.12. auf einen Mittwoch fällt. Ein KunststĂĽck war hingegen, eine geeignete Schwimmhalle zu finden, da etliche Hamburger Bäder am Tag vor Heilig Abend bereits vorzeitig schlossen oder den ĂĽblichen Vereinsbetrieb auĂźerhalb der regulären Ă–ffnungszeiten bereits eingestellt hatten. Die einzige Möglichkeit bot das Festland in der HolstenstraĂźe, was aber unser Verein wegen der teuren Eintrittspreise nicht so gerne sieht. Hier kostet das Schwimmtraining pro Person 2,46 Euro nur fĂĽr Eintritt. In unseren „üblichen“ Trainingsbädern zahlen wir 1,48 Euro fĂĽr jeden. Bei zehn Leuten sind das… Weiterlesen »Die erste Nacht mit Jan

Verliebte Stinkesocke

Heute war wieder Schwimmtraining angesagt. Dieses Mal mal wieder in einer Ausweichhalle, zu der ich erstmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln „anreisen“ musste. ScheiĂźe, ist das kalt geworden! Ich wollte, wie immer, nicht unnötig viel mitschleppen und hatte mich zu Hause schon schwimmfertig umgezogen, ĂĽber dem Schwimmanzug nur eine Sporthose, ein T-Shirt und eine Fleecejacke … brrrr! In den drei Minuten bis zur Bushaltestelle wäre ich fast erfroren. Am meisten genervt hat mich dieser eisige Wind, der mir ins Gesicht wehte. Im Bus durfte ich wenigstens an der Heizung stehen. Und umsteigen musste ich auch nicht, sondern wurde direkt bis vor den… Weiterlesen »Verliebte Stinkesocke

Ein Rennrollstuhl fĂĽr 1.500 Euro

Um die Frage zu beantworten, ob man sich einen neuen Rennrollstuhl zulegt, muss man sich erstmal selbst die Frage stellen, ob man diesen Sport ĂĽberhaupt langfristig und professionell machen möchte. Denn so ein Sportgerät kostet in einfachster brauchbarer Ausstattung mindestens 5.000 Euro. Da ich noch nicht hundertprozentig weiĂź, wie ich in den nächsten zwei Jahren mit der Schule zurecht komme, ob ich mich in meiner Leistung entsprechend steigern kann, ob ich ĂĽberhaupt die Zeit habe, intensiv zu trainieren, ob dieser Sport fĂĽr mich das richtige ist und ob mein Körper ein dauerhaftes intensives Training akzeptiert, wäre es aus meiner Sicht… Weiterlesen »Ein Rennrollstuhl fĂĽr 1.500 Euro