Training

So a StĂĽckerl heile Welt

Wie könnte ein Sonntagmorgen schöner beginnen als mit der Feststellung: Du hast gestern nacht vergessen, das Handy auszustellen. Zuviel Bier bei der Grillparty? Oder waren das die Folgen des unvermeidbaren Passivkonsums, weil sich auf dem Heimweg in der U-Bahn eine junge Frau eine TĂĽte anstecken musste? Sechs Minuten nach Neun, im Display meine Trainerin Tatjana. Hatte ich einen Termin vergessen? Neun Uhr Trainingsbeginn? Auf einem Sonntag?! „Ja?!“, nuschelte ich verschlafen. – „Oh, hab ich dich geweckt, das tut mir Leid.“ – „Wo brennt’s denn?“ – „Ja, ähm, ich wollte mal fragen, ich habe um 11 Uhr ein Mädel hier, 16… Weiterlesen »So a StĂĽckerl heile Welt

BeschĂĽtzerinstinkt

So toll es auch ist, so sehnsĂĽchtig ich damals darauf gewartet habe und so sehnsĂĽchtig einige meiner minderjährigen Freundinnen und Freunde noch darauf warten: Der Sprung in die Volljährigkeit ist mit Sicherheit ein Höhe-, vielleicht auch ein Wende-, zumindest aber ein rechtlich wichtiger Punkt im Leben jedes Menschen. Vieles ändert sich mit dem (hier) 18. Geburtstag. Dennoch stolpern viele junge Menschen ĂĽber diesen Moment, weil sie ihn aus meiner Sicht schlicht ĂĽberbewerten. Wer jetzt behauptet: „Das hättest du vor zwei Jahren sicherlich nicht gesagt!“, bekommt von mir nur zum Teil Recht. Klar, habe ich mich darauf gefreut, endlich selbständig zu… Weiterlesen »BeschĂĽtzerinstinkt

Eine Woche Stress

Manchmal wĂĽnsche ich mir die Zeit zurĂĽck, in der ich mittags aus der Schule kam (ja, ich gehöre noch zu der Generation, die die Zeit vor den Ganztagsschulen zu einem groĂźen Teil miterlebt hat), meine Hausaufgaben in den langweiligen Unterricht der ersten beiden Stunden des Folgetages verschoben habe und stundenlang Zeit fĂĽr mich selbst hatte. Und fĂĽr meine Pferde. Ich habe mich vor ein paar Tagen mit Jana unterhalten, vor allem ĂĽber das Theater hier auf meiner Seite. Ich will den Inhalt des Gesprächs hier nicht weiter vertiefen, aber eins ist mir besonders aufgefallen. Ich habe mich, was meine Zeit… Weiterlesen »Eine Woche Stress

Tag der geschlossenen TĂĽren

Das war ja wieder eine Aktion … ich sage nur: Schwimmtraining. Da ich ja zur Zeit kein Auto habe, musste ich mit dem Rolli und dem ganzen Gepäck zur U-Bahn. Dort ging der Aufzug nicht, also mit dem Bus zur nächten Station, dann bis zum Hauptbahnhof, dort umsteigen (erster Aufzug, zweiter Aufzug, ĂĽber die StraĂźe, dritter Aufzug) in die S-Bahn, drei Stationen weiter, noch ein Aufzug, zum Bus, noch drei Stationen – endlich da. 90 Minuten fĂĽr eine Strecke, fĂĽr die ich mit dem Auto höchstens 20 Minuten brauche. Ăśber einen gefrorenen Matschweg bergauf in in den Eingangsbereich der Schwimmhalle,… Weiterlesen »Tag der geschlossenen TĂĽren

Wintertraining

Am letzten Wochenende haben wir zum ersten Mal in diesem Jahr und zum ersten Mal nach mehreren Wochen wieder drauĂźen trainiert. Die Tage werden wieder länger und ich freue mich schon wahnsinnig auf den nächsten Sommer, obwohl wir noch nicht mal einen richtigen Winter hatten. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich muss ihn auch nicht haben. Mit dem Rollstuhl in den Schnee zu fahren ist ungefähr dasselbe wie mit dem Fahrrad ĂĽber den Strand zu radeln. Dennoch ist es nachts saukalt und beinahe wäre das Training noch abgesagt worden, weil es in der Nacht davor extrem neblig direkt an der Elbe war.… Weiterlesen »Wintertraining

Geklautes Smartphone

Manchmal wĂĽnsche ich mir ernsthaft mehr Konsequenz, mehr Härte und weniger Gelaber. Vor allem, wenn sich Leute schlechtes Benehmen herausnehmen, um anderen zu schaden. Und erst recht, wenn ich die Geschädigte bin oder mich zumindest so fĂĽhle. Ich weiĂź, Eigennutz ist auch so etwas wie ein schlechtes Benehmen, aber wenn mir einer ans Bein pinkelt, möchte ich das zumindest nicht ungefragt ertragen mĂĽssen. Die Rede ist von Andreas, einem wesentlich älteren Typen, der als FuĂźgänger in der parallel trainierenden Gruppe meines Triathlonvereins ist, also jene Leute, fĂĽr die an einigen Wochenenden auf dem Elbdeich ein paar StraĂźen gesperrt werden und… Weiterlesen »Geklautes Smartphone

Endlich Hilfe fĂĽr meine Mutter

Inzwischen hat sich ja beim Training herumgesprochen, dass die VerrĂĽckte zu mir gehört und es forderten bereits die ersten Eltern beim Verein, man möge mich vom Training fernhalten, damit die Mutter fernbleibt und nicht demnächst auch ihre Kinder gefährdet. So weit ist es also schon. Vielen Dank fĂĽr das EinfĂĽhlungsvermögen. Bisher zielten die Aktionen (aus gutem Grund) nur in meine Richtung. Allerdings weiĂź man nie, was in so einem kranken Kopf vorgeht, daher kann ich es auch ein biĂźchen verstehen. KĂĽmmern musste ich mich auĂźerdem um eine Anzeige wegen Verleumdung gegen Unbekannt, um Strafanträge wegen den zwei Verstößen gegen die… Weiterlesen »Endlich Hilfe fĂĽr meine Mutter

Hosengrabscherei

Seit einer Woche bin ich endlich fertig mit meinem dreimonatigen Pflegepraktikum, das ich fĂĽr mein Studium brauche. Der eine Monat in der Pflegeeinrichtung wird angerechnet, so dass ich nur zwei Monate im Krankenhaus arbeiten musste. Ich bin reif fĂĽr die Insel, aber ich habe es geschafft. Es war spannend, ich habe sehr viel dazugelernt, sehr viele Leute kennen gelernt und vor allem: Dinge erlebt, die ich niemals erleben wollte. Und von denen ich mich frage, ob sie mich auf meinem Lebensweg ein StĂĽck nach vorne gebracht oder lediglich nicht aus der Bahn geworfen haben. Seit einer Woche habe ich also… Weiterlesen »Hosengrabscherei

Sie kommt trotzdem

Dass sie sich jetzt die zweite Woche in Folge ein mit öffentlichen Verkehrsmitteln völlig ungĂĽnstig erreichbares Schwimmbad am Stadtrand aussucht, um mich zu sehen, liegt wohl daran, dass unsere Trainingstermine nicht veröffentlicht werden und sowohl der Triathlonverein, in dem ich trainiere, als auch der Rollstuhlsportverein, ĂĽber den ich meine Startlizenzen habe, telefonisch keine AuskĂĽnfte erteilen. Dann muss meine Mutter auf Informationen zurĂĽckgreifen, die sie aus frĂĽheren Zeiten hat. Verfolgungswahn? Keineswegs. In der letzten Woche riefen mich nacheinander zwei Funktionäre aus diesen beiden Vereinen an und teilten mir mit, dass jemand meine Adresse herausfinden wollte. Mit unterdrĂĽckter Rufnummer und mit falschem… Weiterlesen »Sie kommt trotzdem

Ich komme trotzdem

Seit ĂĽber einem Jahr habe ich meine Eltern nicht gesehen. Meine Mutter war zuletzt in einem Krankenhaus, mein Vater ist aus Hamburg weggezogen. Ich weiĂź lediglich, dass sie sich getrennt haben. Zu meiner restlichen Familie habe ich auch keinen Kontakt mehr. Und es geht mir gut. Auch wenn es böse klingt: Ich vermisse sie nicht. Das, was ich zuletzt mit ihnen erlebt habe, war so schlimm, dass ich auf weitere Kontakte lieber verzichtet habe. Sie kennen auch meine neue Adresse und Telefonnummer nicht, lediglich die alte Handynummer ist ihnen noch bekannt. Hin und wieder, insgesamt so 5 bis 7 Mal,… Weiterlesen »Ich komme trotzdem