Gedanken

Müllmänner, Notärzte und Schmusehasen

Ich habe sie mir mehrmals gewĂĽnscht, die Kommentare auf meine Texte. Wer so laut ins Horn stößt, muss damit rechnen, gehört zu werden. NatĂĽrlich will ich wissen, wie meine Texte wirken, auch wenn ich in erster Linie fĂĽr mich Tagebuch schreibe und interessierte Menschen im Internet mitlesen lasse. Heute stolpere ich gleich ĂĽber mindestens 7 neue Kommentare. Zwei Dinge habe ich heute dazugelernt. Erstens: Obwohl ich dachte, ich beschreibe sehr genau, bieten meine Texte noch sehr viel Raum fĂĽr Fantasie und Missverständnisse. Ich war erstaunt. Zweitens: Auch Scherzkekse lesen meinen Blog. Ich habe mich gut amĂĽsiert. (Allerdings will ich gleich… Weiterlesen »MĂĽllmänner, Notärzte und Schmusehasen

Ganz viel Post

Inzwischen kommen pro Tag rund 100 Leser auf meine Webseite. NatĂĽrlich nicht jeden Tag andere, aber natĂĽrlich auch nicht jeden Tag dieselben 100 Leute. Bin ich jetzt berĂĽhmt?. Man sagte mir, ich könne gut schreiben. Man sagte mir, meine Blog-Geschichte, die einige Zeit nach einem mehrmonatigen Koma mit einem „neuen Leben“ beginnt, sei so lesenswert, dass ich sie veröffentlichen sollte. Meine Psychologin hat mir ebenfalls dazu geraten. Als ich kĂĽrzlich zurĂĽckblätterte, um die Geschichte mit den Models und den CurrywĂĽrsten zu suchen, habe ich mich erschrocken. Ăśber mich selbst. Ăśber das, was ich damals geschrieben und empfunden habe. Ăśber etwas… Weiterlesen »Ganz viel Post

Die Schwarzwaldklinik

Bei Menschen mit Querschnittlähmung ist einiges anders. Nicht alles, auch nicht vieles, aber einiges. Vor den 60-er Jahren hätten sie, wie ich erfahren habe, meistens nicht ĂĽberlebt. Die damalige Intensivmedizin hätte es vielleicht nach mehreren Anläufen irgendwann hinbekommen, die erste Schockphase zu ĂĽberbrĂĽcken, aber mehr als ein Pflegefall, der ziemlich bald an Haut- oder Nierenkomplikationen stirbt, wäre nicht daraus geworden. Das ist Fakt. KĂĽrzlich wurde im Fernsehen eine Folge der Schwarzwaldklinik wiederholt („Der Optimist“), bei der jemand beim Wasserskifahren gestĂĽrzt war und wegen einer Querschnittlähmung behandelt wurde. Am Ende der Folge sieht man, wie dieser Patient, in einem Schiebestuhl sitzend,… Weiterlesen »Die Schwarzwaldklinik

Ich bin sooo gut!

Vorhin war ich mit Cathleen shoppen, da sie unbedingt eine neue Jeans brauchte. Wegen ihren eher komischen KörpermaĂźen (da sie seit Geburt eine Querschnittlähmung hat, ist sie insgesamt nur knapp ĂĽber 1,50 m groĂź, eine Hose in Länge 30 kann sie noch zweimal umkrempeln…) gestaltet sich die Suche nicht ganz so einfach und die Sache mit dem Anprobieren hat es auch in sich. Als wir auf dem RĂĽckweg durch den Bahnhof Altona dĂĽsten und hintereinander rĂĽckwärts auf die Rolltreppe nach unten fuhren, bekam eine Seniorin fast einen Herzinfarkt. Sie kreischte, schlug mit den Händen ins Gesicht und blickte mit weit… Weiterlesen »Ich bin sooo gut!

Wieviel Offenheit tut mir gut?

In ziemlicher Euphorie und mit sehr bewegten GefĂĽhlen habe ich am Wochenende an meinem ersten nächtlichen Schnellfahrtraining teilgenommen und danach natĂĽrlich, aus dieser Stimmung heraus, hier darĂĽber berichtet. Mit sehr vielen, teilweise auch intimen Einzelheiten. Ich habe noch nie zuvor so viele Mails und Kommentare von Menschen bekommen, die ich noch nie persönlich gesehen habe. Viele sprachen mir Mut zu oder drĂĽckten Bewunderung oder Respekt aus. Aber fĂĽr einige war mein letzter Eintrag auch Anlass, um mich zu warnen, nicht so offen mit meinen persönlichen und intimen Details aus meinem Leben umzugehen. Dabei war mein Beitrag vom nächtlichen Training nur… Weiterlesen »Wieviel Offenheit tut mir gut?

Mein letzter Tag in der Klinik

Es ist wieder Sommer. Wie vor einem Jahr, als ich noch bei meinen Eltern wohnte. Als ich mit behinderten Menschen und RollstĂĽhlen noch nichts am Hut hatte. Als mein Leben noch so normal oder unnormal war wie das von Millionen und Milliarden anderer Jugendlicher. Viel hat sich in dem letzten Jahr getan. Die meisten meiner alten Freunde habe ich verloren. Meine Familie ist nicht mehr die Familie, die ich kannte. Ich bin erwachsener geworden. Ich habe einen FĂĽhrerschein bekommen. FrĂĽher als ich es mir je erträumt hätte. Jemand anderes hat stattdessen seinen FĂĽhrerschein verloren, vermutlich fĂĽr immer. Jemand anderes kommt… Weiterlesen »Mein letzter Tag in der Klinik

ZurĂĽck zu den Eltern?

Das Problem mit meinem Vater ist gar nicht mal, dass er mir nicht zuhört. Wenn ich das will, hört er mir zu. Aber er will meine Behinderung nicht akzeptieren. Beispiel: Ich brauchte frĂĽher eine Zahnspange. Fast alle in der Schule brauchten die. Am Anfang fand ich die saucool. Ich war richtig stolz auf die Zahnspange. Ich wollte auch immer mal einen Gipsarm haben, als ich 10 oder 12 war. Aber immer, wenn das Gespräch in die Richtung ging (Zahnspange), kam von meinem Vater: Auf sowas ist man nicht stolz. Man soll froh sein, wenn man gesund ist. Das ist alles… Weiterlesen »ZurĂĽck zu den Eltern?

Die Erkenntnis nach 7 Monaten

Ich hatte heute ein sehr spannendes Gespräch mit meiner Psychologin. Ich hätte nie gedacht, dass Psychotherapie so spannend sein kann. Vielleicht habe ich aber auch nur etwas sehr wichtiges endlich verstanden. Da muss ich erst mal drĂĽber nachdenken. Ich weiĂź es nicht. Sie hat gesagt: „Ganz viel Aufmerksamkeit bzw. oft auch Liebe und Anerkennung bekommt jeder Mensch schon als kleines Kind fĂĽr Leistung und Fortschritt. Wenn sie das erste Mal „Mama“ sagen, freuen die Eltern sich ohne Ende. Dann Schleife binden, Bilder malen, sprechen, Fahrrad lernen, lesen, schreiben, singen. Meine Kleine lernt jetzt Englisch. Die Tochter hat eine Eins in… Weiterlesen »Die Erkenntnis nach 7 Monaten

Gedanken

Mich fast man im Moment am besten nicht mal mit der Kneifzange an. WeiĂź ich selbst. Am besten fĂĽhlt sich niemand persönlich angepisst, wenn ich dazu was sage. Ich will niemanden verletzen. Aber ich bin auch kein kleines Kind mehr, dem man vom Weihnachtsmann erzählt, damit es artig ist, oder dem man einen Lolly gibt, und die Welt ist wieder in Ordnung. 1. Ich werde nie einen vernĂĽnftigen Job machen können. Ich habe aber auch noch nie in irgendeine Rente etwas eingezahlt. Wovon soll ich leben? Ein Leben lang auf Kosten anderer? 2. Ich werde nicht mehr bei meinen Eltern… Weiterlesen »Gedanken