Studium

Wellenlänge

Kleine und groĂźe Freaks gibt es ĂĽberall. Im Norden wie im SĂĽden. So hat ein junger Mann aus meiner neuen Nachbarschaft noch nicht bemerkt, dass ich ihn vom Balkon aus sehen kann, wenn er auf der Bank in einer GrĂĽnanlage sitzt und sich einen runterholt. Das macht er jeden zweiten bis jeden dritten Abend. Es ist dunkel, er beobachtet genau, ob irgendwoher Leute kommen … und dann legt er los. Ich habe das jetzt schon mehrmals beobachten können. Er ist einige Meter weg, ich tippe mal auf 300 Meter, aber man kann trotz der Dunkelheit im Schein einer Laterne erkennen,… Weiterlesen »Wellenlänge

Eine Lektion fĂĽr mich

Ich möchte nicht behaupten, dass ich mich bereits eingelebt hätte. Das wird noch sehr lange dauern, vermutlich wird es auch nie so ganz geschehen. Ich vermisse Hamburg. Die Stadt, in der ich jetzt wohne, ist sehr schön. Sehr hĂĽbsch, auch schon etwas älter, sehr gepflegt. Die meisten Menschen sind sehr nett, wenngleich sich mein erster Eindruck weiter vertieft, dass viele Menschen im SĂĽden nicht so leicht und tief zugänglich sind wie im Norden. Oder vielleicht auf eine andere Art und Weise, die ich noch herausfinden muss. Die ĂĽbliche Anzahl schräger Leute gibt es – entgegen meiner ersten Annahme – auch… Weiterlesen »Eine Lektion fĂĽr mich

Keine zweite Chance

Es ist schon ein merkwĂĽrdiges GefĂĽhl, wenn man täglich viele neue Leute kennenlernt. Ich meine den Kreis, mit dem man täglich zu tun hat. Genauso wie den Kreis derjenigen, von denen man erst herausfinden muss, dass man mit ihnen nicht täglich zu tun haben möchte. Alle Menschen, die mir neuerdings ĂĽber den Weg laufen, zu beschreiben, wäre zu umfangreich – und auch nicht nötig. Will sagen: Es gibt in meinem neuen Umfeld sehr viele entspannend unkomplizierte Menschen. Zumindest wirkt es bisher so. Es wirkt auĂźerdem so als wäre mein Idiotenmagnet etwas schwächer geworden. Am letzten Wochenende hat mich eine Kommilitonin… Weiterlesen »Keine zweite Chance

Vielen Dank

Das Chaos mit meiner Mutter hat irgendwie ziemlich viel durcheinander gebracht. Vor allem hat es mich davon abgehalten, meinen Blog zu fĂĽttern. Obwohl ich das eigentlich schon seit Wochen schreiben wollte, bin ich bisher nicht dazu gekommen. Und das, obwohl mir das sehr viel bedeutet. Es geht um mein Physikum, also den ersten Abschnitt der ärztlichen PrĂĽfung. Das Medizinstudium dauert mindestens 13 Semester (ein Semester ist ein Halbjahr), nach vier Semestern (so genannter vorklischer Teil) kann man den ersten Teil der ärztlichen PrĂĽfung ablegen. Man muss ihn ablegen, wenn man im klinischen Teil des Studiums weitermachen möchte. Es werden insgesamt… Weiterlesen »Vielen Dank

Gut ist es

„Na, hast du dich schon gut eingelebt?“ – Diese Frage habe ich in den letzten Tagen mehr als einmal gestellt bekommen. Die Antwort ist kurz und knapp: „Nein. Gut ist es, aber eingelebt habe ich mich noch nicht.“ Was ist gut? Das, wovor ich die größte Angst hatte, ist erstmal nicht eingetreten. Ich bin nicht völlig einsam und niemand will mit mir zu tun haben. Wie schon geschrieben, kennen mich drei Kommilitoninnen bereits als Bloggerin. Soll heiĂźen: Eine hat meinen Blog mal entdeckt, wie sie erzählt, im Rahmen einer Recherche fĂĽr das Studium, hat ihn zwei Freundinnen empfohlen und …… Weiterlesen »Gut ist es

Wie im Flug

Eine ereignisreiche Woche liegt hinter mir. Ereignisreich und voller neuer EindrĂĽcke. Und voller neuer Entscheidungen. Nicht alles hat so geklappt, wie ich es mir gewĂĽnscht habe. Aber insgesamt fĂĽhle ich mich auf einem sehr guten Weg. Ich kann im Moment nur bruchstĂĽckweise berichten. Das wichtigste erstmal vorweg: Ich habe die neue Wohnung tatsächlich bekommen! Am Dienstagmorgen ĂĽberlegte sich die EigentĂĽmerin noch fĂĽr einen kurzen Moment, dass sie einer Zweier-WG, wie sie angedacht ist, eventuell vielleicht doch eher nicht zustimmen möchte. Dann aber vielleicht doch, und am Ende setzte sie ihre Unterschrift auf den Vertrag – und nur das zählt. Kurzum:… Weiterlesen »Wie im Flug

Ordnen ĂĽber Ostern

Die Reaktionen, die Resonanz, die Anteilnahme in den letzten Tagen war vielfältig und ĂĽberwältigend. Ich bin insgesamt sehr aufgefĂĽhlt. Nein, es geht mir nicht gut. DarĂĽber wird sich aber niemand wundern. Fakt ist, dass ich seit fast einer Woche nicht mehr in meinem eigenen Bett geschlafen habe. Ich habe drei Versuche gestartet, drei Mal haben mich Maries Eltern wieder aus der Wohnung geholt. Mit Maries Mutter durch die Tiefgarage, während Maries Vater meine Mutter von mir fern gehalten hat. Sie sitzt und liegt seit einer Woche fast durchgehend vor unserer HaustĂĽr. Sie ist fĂĽr Stunden immer mal weg, manchmal wird… Weiterlesen »Ordnen ĂĽber Ostern

Fremde Luft

Es gibt im Leben Situationen, in denen werden wichtige Entscheidungen getroffen, ohne dass Betroffene nach ihren WĂĽnschen gefragt werden. Mein Unfall vor knapp sechs Jahren war so eine wichtige Entscheidung, zu der ich vorher keine WĂĽnsche äuĂźern konnte. Ich habe diese Entscheidung inzwischen akzeptiert und mache mir keine Gedanken mehr darĂĽber, ob und wie ich sie rĂĽckgängig machen möchte und könnte. Ich lege heute sehr groĂźen Wert darauf, mein Leben selbst zu gestalten. Autonomie ist mir sehr, sehr wichtig. Es wäre sicherlich falsch, anzunehmen, dass ich mit stärkerer Selbstbestimmung meinen Unfall verhindert hätte. Autonomie kann nicht vor Unfall, UnglĂĽck, Krankheit… Weiterlesen »Fremde Luft

Durch die TĂĽr

Ich brauche fĂĽr die zwei Wochen nach Ostern einen Praktikumsplatz in einer Klinik. Während die meisten Kommilitonen schon alles unter Dach und Fach haben, bin ich noch immer auf der Suche. Bei uns auf dem Gelände ist nichts mehr frei, aber es gibt genĂĽgend so genannte „akademische Lehrkrankenhäuser“ in Hamburg, die ebenfalls fĂĽr so ein Praktikum zugelassen sind. Nun kam ich gestern mittag im PersonalbĂĽro eines solchen akademischen Lehrkrankenhauses an. Mit Termin, nach einer entsprechenden Bewerbung. Ich wurde von einer Sekretärin in ein leeres BĂĽro gefĂĽhrt, ein Mitarbeiter wolle sich gleich mit mir unterhalten. Nach etwa 10 Minuten kam dieser… Weiterlesen »Durch die TĂĽr

Ein Tag beim Arzt

Ein letzter freier Tag, bevor die Uni wieder los geht. Leider dauert es noch, bis ich verbindlich weiĂź, ob ich den schriftlichen Teil bestanden habe. Das wird zentral ausgewertet und man lässt sich Zeit… Allerdings kenne ich ja meine Antworten und habe sie bereits vergleichen können, und danach sieht es sehr gut aus. Zwei Fragen, bei denen ich ĂĽberhaupt nicht wusste, was ich ankreuzen sollte, und geraten habe, werden wohl rausgenommen, weil die Aufgabenstellung falsch war. Bei der einen waren in einer Zeichnung Dinge gemalt, die es an der Stelle gar nicht gibt. Also ungefähr so wie: „Kann der Mensch… Weiterlesen »Ein Tag beim Arzt