Krankenkasse

WC oder nicht WC?

Ich weiß, dass es ein Thema ist, dass erfahrungsgemäß viele Fetischisten anzieht. Genau aus dem Grund habe ich es, wie die älteren Häsinnen und Hasen unter meinen Leserinnen und Lesern sicherlich mitbekommen haben, zuletzt bewusst vermieden. Es ist nervig, wenn ich merke, dass meine Herausforderungen zur Luststeigerung anderer beitragen; die sich dann noch nicht einmal klar dazu bekennen können, sondern dann noch unter abenteuerlichen Geschichten einschlägige Fragen stellen. Insofern seht es mir bitte nach, dass ich die Kommentare unter diesem Beitrag noch strenger moderieren lasse, als ich es ohnehin schon mit Bezug auf das Thema mache. Darüber schreiben muss ich… Weiterlesen »WC oder nicht WC?

Salz in der Luft

Seit rund einem Dreivierteljahr lebt Helena nun schon bei uns. Ich muss sagen, dass ich mir einige Dinge sehr viel schwieriger vorgestellt habe. Wobei ich den Tag nicht vor dem Abend loben möchte, denn wer weiß schon, was alles noch kommt. Aber für den Moment kann ich sagen: Helena ist im Alltag absolut pflegeleicht und eine wunderbare Bereicherung. Nein, es läuft nicht alles wie am Schnürchen und ja, es gibt durchaus unterschiedliche Meinungen. Ein Diabetes ist nicht einfach, eine Cerebralparese, und sei sie noch so diskret ausgeprägt, ist eine körperliche Einschränkung. Andere Dinge habe ich mir, und das muss ich… Weiterlesen »Salz in der Luft

Trampolin

Helenas Krankenkasse ist halbwegs zur Vernunft gekommen und will ihre Insulinpumpe nun doch vollständig übernehmen. Also zumindest den verordnungsfähigen Teil des Systems. Die Zuzahlung, die anfallen sollte, weil die Insulinpumpe angeblich einen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens ersetzen soll, soll entfallen. Die Krankenkasse hat den Bescheid trotz angezeigter Vertretung nicht an den Anwalt geschickt, sondern direkt an (die minderjährige) Helena. Die Kohle werde auch nicht an uns überwiesen, die ja die Rechnung bereits bezahlt haben, sondern an die Firma, die uns die Pumpe verkauft hat. Es steht ein Satz im Bescheid: „Bitte setzen Sie sich zwecks Abrechnung Ihrer Vorleistung direkt mit… Weiterlesen »Trampolin

Eulenspiegel

„Quäle stets ein Tier mit Schmerz, denn es fühlt wie du den Scherz.“ – Diesen verballhornten Spruch hörte ich kürzlich von Jugendlichen, die versuchten, im Bus eine Fliege mit einem Feuerzeug anzukokeln. Der Busfahrer hat die Jugendlichen auf offener Strecke rausgesetzt, ob wegen der Tierquälerei oder aus Sorge, dass demnächst sein Bus brennt, weiß ich nicht. Vielleicht auch aus beiden Gründen. Keinen Brummer, sondern einen lebendigen Hund hat der Überlieferung nach Till Eulenspiegel, der vor 700 Jahren lebte und in Mölln in Schleswig-Holstein senkrecht begraben sein soll, beim Bier brauen in einen heißen Kessel geworfen. Der Hund hieß Hopf, und… Weiterlesen »Eulenspiegel

Bißchen nasty

Nach fast 40 Tipps, Ideen und anderen Kommentaren (wow) muss ich natürlich sofort über den Gutachtertermin schreiben! Oder fast sofort, denn zunächst möchte ich noch auf einige Fragen eingehen, die in diesem Zusammenhang gestellt wurden. Und noch einmal zusammenfassen. Wir hatten ja die Verordnung für Helenas Insulinpumpe mit Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse eingereicht, die hatte sich nicht gerührt. Nach Ablauf von drei Wochen gilt die Leistung dann als genehmigt, wir haben sie privat beschafft und möchten nun unsere Kohle von der Kasse zurück bekommen. In der Zwischenzeit behauptete die Krankenkasse, sie habe den Antrag sehr wohl bearbeitet und auch bewilligt,… Weiterlesen »Bißchen nasty

Gutachten

In die Arie um die Kostenübernahme für Helenas Insulinpumpe kommt Bewegung. Nachdem unser Anwalt auf die Behauptung der Krankenkasse, der Lieferant hätte behauptet, wir hätten behauptet, wir wollten die Insulinpumpe zum großen Teil aus eigener Tasche zahlen, in einem eigenen Schreiben an die Kasse behauptet hat, seine Mandantschaft würde erwarten können, dass die Widerspruchsstelle sich mehr mit Fakten denn mit Behauptungen befasst, wurde prompt reagiert: Um Fakten zu schaffen, sei eine amtsärztliche Begutachtung von Helena unumgänglich. Sie möge sich daher in der nächsten Woche an einem bestimmten Datum morgens um 8.00 Uhr (an einem Schultag) beim Gutachter einfinden und alle… Weiterlesen »Gutachten

Eigene Tasche

Helenas Krankenkasse hat sich in der letzten Woche beim Anwalt gemeldet. Weil die Krankenkasse Helenas Insulinpumpe zwar als notwendig anerkannt hat, sie dennoch aber nur zu einem kleinen Anteil bezahlen wollte, haben wir den Quatsch gleich zum Anwalt umgeleitet. Der hat erstmal die Kasse aufgefordert, ihm Akteneinsicht zu gewähren. Nach sieben Wochen bekommt er – statt der Akte – ein Schreiben, in dem steht: „Wunschgemäß teilen wir Ihnen mit, dass uns vom [Lieferanten von Helenas Insulinpumpe] mitgeteilt wurde, dass Ihre Mandantin bereit wäre, die Differenz zum vereinbarten Vertragspreis aus eigener Tasche zu zahlen. Bitte teilen Sie uns mit, wie mit… Weiterlesen »Eigene Tasche

Tägliches Leben

Helena hat seit letzter Woche ihre Insulinpumpe. Bis jetzt sind wir super zufrieden. Wir haben uns für die neueste Generation entschieden, also ein schlauchloses System, bei dem ein Reservoir mit 2 ml Insulin gefüllt und zusammen mit der Pumpe auf die Haut geklebt wird. Die Pumpe ist etwa so groß wie eine Streichholzschachtel. Aus ihr sticht eine Nadel in die Haut und verbleibt dort für einen gewissen Zeitraum. Bei Helena reichen die 2 ml Insulin für etwa 5 Tage. Die kleinste Einzeldosis, die die Pumpe abgeben kann, ist ein halber Mikroliter Insulin. Also die Hälfte von einem Tausendstel Milliliter. Kurz… Weiterlesen »Tägliches Leben

Fridolin

Bis heute scheint es keine Probleme damit zu geben, dass Helena ihren Schulweg mit dem Rollstuhl zurücklegt. Auf meine Frage, ob ich sie am Montag bis zur Schule begleiten soll, antwortete sie: „Nee, was sollen denn die anderen Leute von mir denken? Dass ich den Schulweg nicht alleine finde?“ Als sie mittags nach Hause kam, war sie fröhlich. „Er hat übrigens seit heute einen Namen: Fridolin Bumblebee.“ – Ich musste laut lachen. Ich bin immer wieder fasziniert von ihrer Fantasie. Sie gackerte mit und sagte: „Etwas ernsthafter bitte, ja? Er kann nichts dafür.“ – „Für seinen Namen?“ – „Ja.“ –… Weiterlesen »Fridolin

Infekt und Mobilität

Ich wollte gerade schon schreiben, dass nichts Außergewöhnliches passiert ist, da sitze ich im Dienstzimmer, schreibe noch meinen letzten Bericht fertig, habe eigentlich schon Feierabend und alles an meine Nachtdienst-Kollegin übergeben und sehe plötzlich einen Kopf um die Ecke des hölzernen Türrahmens schauen. „Frau Socke? Könnten Sie sich noch um eine ambulante Patientin kümmern?“ – „Kann das nicht die Kollegin machen? Ich bin jetzt seit 12 Stunden hier und habe eigentlich Feierabend.“ – „Theoretisch schon, sie hat auch gerade nicht viel zu tun, aber wenn ich Ihnen morgen davon erzähle, würden Sie mich anmeckern, wenn ich Ihnen die Dame vorenthalten… Weiterlesen »Infekt und Mobilität