Wohnung

Plätzchen und Smartphone

Ich weiĂź, wir sind sehr spät dran. Aber seit heute gibt es bei uns einen Weihnachtsbaum. Noch steht er auf der Terrasse. Maries Papa hat ihn zusammen mit Helena besorgt. Man kann ihn nach Weihnachten einpflanzen (also es ist einer mit Wurzeln im Eimer), und wir haben auch schon einen Abnehmer in der Nachbarschaft. In den letzten Jahren hatten wir nur ein paar nadelnde Tannenzweige und einen Adventskranz auf dem Tisch, dieses Jahr kommen Maries Eltern zu Besuch und Helena fragte irgendwann mal, ob wir uns eigentlich auch einen Weihnachtsbaum besorgen. Meinetwegen mĂĽsste das nicht sein, aber jetzt, wo er… Weiterlesen »Plätzchen und Smartphone

Erster Job

Ich erwähnte ja bereits, dass sich gerade in den letzten Wochen vieles verändert hat. Studium ist fertig, gleichwohl habe ich noch keine Lern-Unterlagen verbrannt. Gerade habe ich auch nicht die Absicht, das zu tun. Obwohl ich mal aufräumen und zumindest ĂĽberflĂĽssigen Mist aussortieren mĂĽsste. Dinge, die man sich nicht mehr anschaut. Kritzeleien. Aber vielleicht sind die in ein paar Jahren doch nochmal interessant. Ich entwickle mich gerade ein wenig in Richtung Messie. Aber richtigen MĂĽll sammle ich noch nicht. Zumindest nicht mehr, als in meine MĂĽlleimer passt. MĂĽlleimer habe ich inzwischen zwei. Einen zu Hause, unweit der OstseekĂĽste, wo, seit… Weiterlesen »Erster Job

Mal wieder Umzug

Ist ja schon wieder alles mögliche vorbei. Weihnachten vorbei. Silvester vorbei. Jahreswechsel vorbei. Neujahr vorbei. Dritter Praktikumstag in der neuen Klinik vorbei. Dritter Tag des dritten Drittels des praktischen Praktischen Jahres vorbei. Wobei das derselbe dritte Tag war. Und der erste und der zweite sind natĂĽrlich auch schon. Vorbei. Tja. Ich bin ziemlich fertig. Körperlich ausgelaugt. Es waren anstrengende drei Wochen. In denen andere sich erholt haben. In denen ich Weihnachten und Neujahr gefeiert habe. Aber in denen ich auch viel regeln musste, was ich eigentlich schon viel frĂĽher geregelt haben wollte. Und nun bin ich bereits wieder Vollzeit beschäftigt,… Weiterlesen »Mal wieder Umzug

Studium, Nachbar, Partner

Es wird allerhöchste Zeit, dass mein Praktisches Jahr vorbei ist. Ich fĂĽhle mich, als machte ich im Moment auĂźer arbeiten, lernen und schlafen nichts anderes mehr. Derzeit zeichnen sich Interesse und Arbeitsbereitschaft enorm aus. Und die Bereitschaft, die ScheiĂźjobs ohne groĂźes Aufsehen abzuarbeiten. Entsprechend habe ich acht bis vierzehn Stunden pro Tag oft ununterbrochen mit Menschen zu tun, die einfach nur anstrengend sind. Respektlos, laut, egoistisch, dumm. Und oft auch sexistisch. Mein gestriges Highlight war die Frage, ob man einen Sonografie-Schallkopf auch vaginal einfĂĽhren könnte und ob das SpaĂź macht. Als ich direkt zum roten Faden zurĂĽckkehrte, griff der Mann… Weiterlesen »Studium, Nachbar, Partner

Gangster und Agenten

Es war mal wieder eine aufwĂĽhlende Zeit. Der Schichtdienst, in den man mich inzwischen mehr oder weniger vollständig eingebunden hat, ist eine ziemliche Herausforderung. Ich meine, einerseits bin ich ja froh, dass dieses Krankenhaus mich „normal“ behandelt und mir vertraut. Und offenbar mit dem, was ich in meiner Schicht tue, einverstanden bis zufrieden ist. Vielleicht ist es auch einfach nur der Personalstruktur geschuldet, so dass man alles einsetzt, was irgendwie ein Stethoskop und ein Telefon richtig herum halten kann. Denn eigentlich soll man im PJ … ach, lassen wir das. Andererseits weiĂź ich schon jetzt, was ich später nicht machen… Weiterlesen »Gangster und Agenten

Zweierlei MaĂź

Gerade noch hatte sie damit geprahlt, dass sie nie erwischt wird, wenn sie mit bis zu 200 km/h dort fährt, wo eigentlich nur 70 km/h erlaubt sind. Gerade noch habe ich mein Unverständnis darĂĽber ausgedrĂĽckt, und gerade noch habe ich mir anhören mĂĽssen, was fĂĽr ein kleinkarierter Mensch ich sei, wenn ich mich halbwegs an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halte. Fahrverbote gebe es schlieĂźlich erst ab 40 km/h drĂĽber, plus Tachoabweichung, plus Toleranz, dann könne man auch 120 fahren, wenn 70 ausgeschildert ist. Sehr häufig fahre ich mit Tempomat und stelle dann drei bis fĂĽnf Kilometer pro Stunde mehr ein, um die… Weiterlesen »Zweierlei MaĂź

Schlechte Welt

Ach, wie schlecht ist die Welt doch geworden. Sagt mein Nachbar, während er mit mir im Aufzug steht. In dem groĂźen 30-Parteien-Mietshaus in meinem Studienort, in dem ich zurzeit wohne. Ich kenne seinen Namen nicht. Aber ich sehe, dass er Alkoholiker ist. Ich schätze sein Lebensalter auf 70 bis 75 Jahre, das Alter seiner Klamotten auf 30 bis 40 Jahre. Eine Strickjacke, deren ReiĂźverschluss nur noch zu einem Drittel mit dem Rest der Jacke verbunden ist. Eine Jogginghose, dessen Polyester-Bestandteile sich zu einem Drittel bereits verflĂĽchtigt haben. Er weiĂź nicht, was ich studiere, und zeigt mir trotzdem seine Stauungsdermatitis. Möchte… Weiterlesen »Schlechte Welt

Darum

Ob wir eines Tages noch erfahren, warum sie nicht mehr schreibt? Tja, wie soll ich es nun erklären? Ich habe im Knast gesessen. Sitzen weil … stehen kann ich ja bekanntlich nicht. Und immer nur liegen? Uncool. Dreiundzwanzig lange Monate kein Internet! Man verhaftete mich wegen meines Blogs. Einige Beiträge waren einfach zu schlecht, stilistisch und inhaltlich flach. Okay. Ganz so war es nicht. Ich durfte mir neulich im Rahmen meines Studiums eine Justizvollzugsanstalt von innen ansehen. Es gab in der dortigen „Röchel-Abteilung“, wie man den Trakt fĂĽr die älteren und kranken Gefangenen nannte, sogar rollator- und rollstuhlgerechte Zellen. Ich… Weiterlesen »Darum

Ein GoldstĂĽck

Ich bin aufgeregt! Unsere Baufirma möchte sich gerne eine Zusatzprämie verdienen und bietet an, unser Bauobjekt bereits am 2. Januar (statt bisher am 29. Januar) schlĂĽsselfertig zu ĂĽbergeben. Bereits das Richtfest war gut 14 Tage frĂĽher als eigentlich geplant. Zum GlĂĽck halte ich mich da fast völlig raus und vertraue auf Menschen mit Erfahrungen, die raten, von solchen Deals die Finger zu lassen. Es ist ein Vertrag geschlossen, den wir beide einhalten. Es wird nicht mittendrin neu verhandelt. Wenn die Firma freiwillig frĂĽher die vereinbarte Leistung abliefert und/oder sie besonders gut abliefert, wird man sich sicherlich erkenntlich zeigen. Aber vertraglich… Weiterlesen »Ein GoldstĂĽck

Häuslebauer

Ich hatte es bereits vor einigen Monaten angedeutet, inzwischen sind wir eindeutig ĂĽber die Planungsphase hinaus gekommen. Die toten Bäume sind weg, das Erdgeschoss steht, das erste Stockwerk ist auch bereits erkennbar. Zum Februar 2015 soll das Wohnhaus bezugsfertig sein. Vier barrierefreie Wohnungen fĂĽr eine oder zwei Personen (jeweils 60 m²) sind öffentlich gefördert und beginnen mit einer Kaltmiete von 342 €, zwei weitere ebenfalls barrierefreie Wohnungen im Erdgeschoss sind etwas größer und nicht öffentlich gefördert. Ich erzähle zur Zeit bewusst nur wenig, da ich nach wie vor Stress mit meiner Mutter befĂĽrchte. Dass sie heraus bekommt, wo das Objekt… Weiterlesen »Häuslebauer