Inkontinenz

Ganz viel Schokolade

Man kommentiert, ich sei ein Magnet fĂĽr schräge Leute. Ob das stimmt? Ich erlebe viele Dinge. Ob mehr oder weniger als andere Menschen – vielleicht stimmt beides. Ich glaube, ich nehme bestimmte Dinge einfach intensiver wahr. Eine andere Rollstuhlfahrerin äuĂźerte kĂĽrzlich, dass es ihr genauso ginge wie mir und sie vermutet, dass das daran liegt, dass ich Menschen sehr viel genauer beobachte, insbesondere, wenn ich mit ihnen in Kontakt kommen muss. Weil ich sie um Hilfe bitten möchte, weil sie mich ansprechen, weil sie mich beobachten, weil sie von mir eine Antwort wollen, weil sie mich vollsĂĽlzen… Ich muss mal… Weiterlesen »Ganz viel Schokolade

Ein kleiner Schock

So eine ScheiĂźe! Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn ein Blogeintrag schon so beginnt, sollten sich sanfte GemĂĽter gewarnt fĂĽhlen. Wie immer, mit schönen GrĂĽĂźen von Herrn Murphy, ging es am Freitag abends los: Ich bekam Bauchschmerzen, die ich sonst höchstens Mal im Zusammenhang mit meiner Regel bekomme, und zwar so heftig, dass ich mich am liebsten hingelegt hätte. Da meine Regel noch nicht wieder dran war und ich vor allem auch seit Einnahme der Pille keine Regelschmerzen mehr hatte (vorher auch nur selten, aber seitdem noch gar nicht wieder), wurde mir ziemlich schnell klar, dass das etwas anderes sein… Weiterlesen »Ein kleiner Schock

Brigitte

Wie gestern schon angekĂĽndigt, muss ich unbedingt von meinen letzten neun Tagen berichten. Es ist sehr schlimm fĂĽr mich, nicht schreiben zu können… Ich lag nach meiner OP in einem Vierbettzimmer. Nicht unbedingt toll, es war aber so groĂź, dass man zumindest noch etwas Privatsphäre hatte. Ich wĂĽrde mal tippen: Etwa 50 Quadratmeter (7 x 7 Meter), rolligerechte Dusche und WC gingen pro Zimmer von einem Vorflur ab, das habe ich noch nicht mit eingerechnet. Vor dem Fenster standen lediglich ein paar Bäume, also schöne Aussicht hatte man nicht. Ein Bett wurde in meinen neun Tagen drei Mal neu belegt,… Weiterlesen »Brigitte

Gefressen worden

Seit Mittwoch ist Markus hier. Zum GlĂĽck. NatĂĽrlich werden böse Zungen jetzt behaupten, dass das der wahre Grund sei, warum ich diese Woche nicht mehr zur Schule gegangen bin. Das Drama um meine 15 Punkte in Sport kam gerade im richtigen Moment. Mir ist auch klar, dass einige MitschĂĽler und auch Lehrer hin und wieder oder regelmäßig diesen Blog lesen. Ja, schöne GrĂĽĂźe, ich lebe noch. Und ja, denkt ruhig, was ihr wollt. Markus arbeitet in der Zeit, in der ich Schule hätte. Er kommt ja auch zum Arbeiten nach Hamburg, nicht nur meinetwegen. Aber eben auch meinetwegen. Und warum… Weiterlesen »Gefressen worden

Alles easy

Es gibt gute Neuigkeiten. Markus hat einen Job gefunden. In Hamburg. Wie er es geplant hatte. Nur der Beginn war einen Monat später als ursprĂĽnglich geplant. Ein Sportverein will ihn zum Aufbau eines neuen Sportbereichs in erster Linie fĂĽr konzeptionelle Arbeiten (Trainingspläne, Traininskonzepte, Veranstaltungsplanung, Organisation des Sportbetriebs, Schreibkram) und setzt ihn 20 Stunden pro Woche ein, nimmt dabei RĂĽcksicht darauf, dass er sein Sportstudium noch nicht ganz fertig hat – fĂĽr später hat man ihm in Aussicht gestellt, seine Stelle auf 100% (40 Stunden) aufzustocken. Man bietet ihm 15.000 brutto fĂĽr diese halbe Stelle, wenn er seinen Uni-Abschluss hat, soll… Weiterlesen »Alles easy

Bewilligung fĂĽr Cathleen

Was die Wahl des richtigen Hausarztes so alles ausmachen kann… Heute hat Cathleens Krankenkasse, jene, die sich sonst bei jedem Kleinkram größtes Theater gemacht hat, telefonisch bei ihr gemeldet, um zu fragen, ob sie die fĂĽr dieses Medikament nötige Einweisung schon bekommen habe. Sofie reichte den Hörer gleich an Frank durch, der gab aber Entwarnung. Die Sachbearbeiterin wolle das nur in der Akte vermerken, da die Kasse sonst in der Pflicht sei, Cathleen eine entsprechende Schulung zu bezahlen. Cathleen benötigt diese Schulung aber nicht mehr und lehnte dankend ab. Wie mit Frank abgesprochen, faxte die Kasse etwa 30 Minuten später… Weiterlesen »Bewilligung fĂĽr Cathleen

Einmal Beinchen heben

Fast ein Jahr ist meine Physiotherapeutin im Krankenhaus nun schon in ihrem Job. Ronja, die trotz körperlicher und kognitiver Einschränkungen mit einem Hauptschulabschluss ihre Physiotherapie-Ausbildung durchgezogen hat, mit UnterstĂĽtzung des Arbeitsamtes in doppelt so langer Ausbildungszeit als normal, hat inzwischen einen festen „Patientenstamm“, der explizit nach ihr verlangt. Aus einem ganz einfachen Grund: Sie macht einen guten Job. Am Anfang ist man etwas irritiert von ihrer Art, sie ist wirklich sehr einfach gestrickt, sie schwankt beim Gehen, redet nuschelig, liest und schreibt wie jemand in der vierten Klasse. Aber wenn sie dann erstmal das macht, was sie sich (mit Sicherheit… Weiterlesen »Einmal Beinchen heben

Nur teure Ausnahmen

Erneut bin ich froh, einen so genannten „Haftpflichtigen“ zu haben. Oder eigentlich ist es ja eine Frau, oder sogar ihre Versicherung. So bleibt es mir manches Mal erspart, mich mit den neuesten aberwitzigen Spar-Ideen der Krankenkassen abkaspern zu mĂĽssen. Diese ist einfach nur noch lächerlich. Dass man von Cathleen (dank juristischer Hilfe von Frank vergeblich) gefordert hatte, sie möge ein Miktions-Tagebuch fĂĽhren, davon hatte ich ja bereits geschrieben. Nun versucht man an anderer Stelle, Kosten zu „sparen“. Sie bekommt täglich Darifenacin, das ist ein Arzneimittel in Tablettenform, das die Blase ruhigstellt. Querschnittlähmungen (egal ob erworben oder angeboren) bringen ja immer… Weiterlesen »Nur teure Ausnahmen

Leistungsdiagnostik in Hannover

Normalerweise kann ich Egoisten nicht verstehen. Normalerweise sage ich immer, dass ich mich als Egoistin nicht wohlfĂĽhlen wĂĽrde. Heute ist ein Tag, an dem ich den einen oder anderen Egoisten verstehen kann. Es fing alles ganz harmlos an. Einige Sportler waren zu einem Sichtungstraining nach Hannover eingeladen worden. Um 9 Uhr sollten wir startklar in der Halle stehen, also hatten wir (Cathleen, Yvonne, Kristina, Merle und ich) erst ĂĽberlegt, ob wir bereits gestern abend hinfahren und dort schlafen. Als Egoistin hätte ich das gemacht. Aber ich habe auf andere RĂĽcksicht genommen, die gestern noch bis spät abends wichtige Termine hatten.… Weiterlesen »Leistungsdiagnostik in Hannover

Fehlende Mitwirkung, piepende Unterhosen

WeiĂźt Du noch, wie oft du heute auf dem Klo warst? Nein? FĂĽhrst du denn kein Miktionstagebuch? Wie … „in der freien Entfaltung deiner Persönlichkeit einschränken“ – was willst du denn?! Du verbrauchst Wasser zum SpĂĽlen deines WCs! Wasser, das uns allen gehört. Wasser, fĂĽr das du zwar bezahlst, aber lange nicht das, was es eigentlich wert ist. Und schon gar nicht an den, dem es gehört. Von der Verschmutzung des Wassers mal ganz zu schweigen. FĂĽhr gefälligst ein Miktionstagebuch oder du darfst nicht mehr auf die Toilette. So einfach ist das. Eine groĂźe Ersatzkasse, die kĂĽrzlich fusioniert hat, versorgt… Weiterlesen »Fehlende Mitwirkung, piepende Unterhosen